Stockholms Auktionsverk Globen

Beschreibung

Stockholms Auktionsverk wurde 1674 auf Initiative von Freiherr Claes Rålamb, dem damaligen Oberstatthalter Stockholms, gegründet und ist das älteste noch tätige Auktionshaus der Welt. Wir verkauften Objekte aus Epochen wie dem Barock und dem Rokoko sowie der Gustavianischen Ära schon in eben diesen Zeiten. Zu unseren bekannten Kunden der vergangenen Jahrhunderte gehörten unter anderem Karl XI., Gustav III., Carl Michael Bellman, August Strindberg und Selma Lagerlöf.

Heute ist Stockholms Auktionsverk einer der führenden nordischen Marktplätze für Kunst, Kunsthandwerk sowie ältere und modernere Antiquitäten. In Stockholm sind wir von drei Standorten aus tätig: An der Nybrogatan 32 (Stadtbezirk Östermalm) finden unsere großen Qualitäts- und Spezialauktionen statt, Magasin 5 (Frihamnen) und Slakthusgatan 22 (Globen/Avicii Arena) sind die Orte, an denen wir unsere Online-Auktionen realisieren.

Stockholms Auktionsverk hat Filialen in Göteborg, Malmö, Helsingborg und Helsinki, von denen aus unsere Kunden auch bei unseren Versteigerungen mitbieten können.

Außerdem verfügt Stockholms Auktionsverk über Filialen in Hamburg, Köln und Neuss bei Düsseldorf.

Des Weiteren ist Stockholms Auktionsverk international in London, Paris, New York, Brüssel, Hamburg und Genf vertreten. Wir verfügen über ein ständig wachsendes internationales Kunden-, Händler- und Sammlernetzwerk.

Stockholms Auktionsverk kann als Börsenparkett für schwedische und internationale Kulturgeschichte betrachtet werden. Unsere Tätigkeit baut auf Vertrauen, Sachkenntnis, Tradition und persönliche Kontakte. Unser Personalbestand umfasst rund dreißig gut ausgebildete Sachverständige mit unterschiedlichen Spezialisierungen im Hinblick auf Fachbereiche, Kulturen und historische Kunst-, Kunsthandwerks- und Antiquitätenepochen.

Geschichte
Das Wort Auktion geht zurück auf die lateinischen Wörter auctio (Vermehrung) und augere (erhöhen, steigern). Die Auktion ist eine alte Form des Handels, die im Römischen Reich eine große Rolle spielte und sich in modernerer Zeit langsam in Europa verbreitete. Versteigerungen werden nicht eher als Ende des 16. Jahrhunderts schriftlich erwähnt, und zwar in Holland und in erster Linie im Zusammenhang mit Buchauktionen.

Nach Schweden kam der Brauch, Auktionen zu veranstalten, relativ früh. Richtig alte schriftliche Verordnungen sind nicht vorhanden, aber in einem mittelalterlichen Gesetz wie dem Stadtgesetz von Visby ist das Auktionsverfahren angedeutet. Die älteste dokumentierte schwedische Auktion wurde 1639 vom akademischen Konsortium in Uppsala abgehalten. Im Jahr 1664 wurde vermutlich die erste Buchauktion in Stockholm durchgeführt.

Die Idee, in Stockholm ein Versteigerungshaus einzurichten, entwickelte Oberstatthalter Freiherr Claes Rålamb. Sie ging maßgeblich zurück auf Rålambs Erfahrungen als Vorsteher des städtischen Exekutivwesens, einer Art Amt für Betreibung. Rålambs Vision war es, ein effektives Instrument zu schaffen, mit dem die Interessen der Gläubiger in den häufig gegebenen Fällen gesichert werden konnten, in denen kein bares Geld zum Ausgleich von Schulden und Krediten vorhanden war.

Am 27. Februar 1674 wurde die Angelegenheit der Einrichtung eines Versteigerungshauses in städtischer Regie in der Session des Magistrates im Stockholmer Rathaus behandelt. Der Vorschlag wurde angenommen, und am selben Tag erließ man die Verordnung "Ordning över Auctions- och Adess-Cammaren i Stockholm Gjord av Hans Excellens Herr Överståthållaren samt Borgästare och Råd anno 1674". Die Verordnung legte den Grundstein für Stockholms Auktionsverk und wurde die erste Satzung des Auktionshauses.

Aus dieser historischen Auktionsordnung geht deutlich hervor, dass es ein Hauptziel der neuen Einrichtung war, die Forderungen des Kreditgebers zu sichern. Die Verordnung stipuliert, dass man "seine Waren, wenn erforderlich, in Eile, aber mit gutem Fug, in bares Geld umwandeln kann" sowie dass ein "widerwilliger Schuldner seine Bezahlung nicht aus Halsstarrigkeit unterlassen darf". In der Verordnung wird außerdem festgesetzt, dass das Versteigerungshaus von einem Buchhalter, einem Kassierer und einem Hausmeister verwaltet werden solle. Diese Repräsentanten sollten alle Zugang zu einem der drei Schlüssel zum Lager mit den zu verkaufenden Waren haben und zwischen acht und elf Uhr vormittags und zwei und fünf Uhr nachmittags anwesend sein.

Stockholms Auktionsverk war ursprünglich in Gamla Stan an der Själagårdsgatan 19 (später in Skärgårdsgatan 100 umbenannt), heute Tyska Brunnsplan 19, untergebracht. Die Versteigerungen waren von Anfang an Publikumsmagnete. Die von Stockholms Auktionsverk durchgeführten Auktionen umfassten bis in die moderne Zeit alle denkbaren Waren und Objekte: angefangen bei Hausrat und Seidenstoffen bis hin zu Getreide, Schiffsladungen, Wein, Bauholz und Vieh. Auch Gold, Aktien und Obligationen wurden verkauft.

Seit seiner Gründung 1674 zog Stockholms Auktionsverk sechsmal um: Im Jahr 1790 wurde das Auktionshaus von der Skärgårdsgatan an die Myntgatan ins Polussche Haus (Gamla Stan) verlegt. Im Jahr 1836 zog man an den Birger Jarls torg (Riddarholmen); 1948 ging es in die Torsgatan und das Bonnier-Haus, 1959 an die Nortullsgatan 6. Im Jahr 1977 stand ein weiterer Umzug an, nämlich in die Beridarebangatan, in die Räumlichkeiten unter Gallerian Hamngatan, an die sich noch viele unserer Kunden erinnern. Im Jahr 2002 zogen wir schließlich an unsere heutigen Standorte: Nybrogatan 32 und Magasin 5 (Frihamn).

Stockholms Auktionsverk hatte bis 1973 das Monopol auf das Abhalten von Auktionen in Stockholm Stadt. Auch die Versteigerungen, die von Kunstauktionshäusern wie Bukowskis, Svensk-Franska, Björcks und Börjessons arrangiert wurden, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden waren, wurden von Stockholms Auktionsverk abgehalten. Nach der Abschaffung des Monopols blieb Stockholms Auktionsverk zunächst im Eigentum der Stadt und ging 1993 in private Hände.

Viele historisch bedeutsame und die Geschichte über Jahrhunderte prägende Persönlichkeiten verkauften und kauften Waren bei Stockholms Auktionsverk. Karl XI., der zur Zeit der Gründung von Stockholms Auktionsverk König war, verkaufte Jagdgewehre für 900 Taler. Darüber, dass sein Sohn, Karl XII., bei Stockholms Auktionsverk Käufe tätigte, gibt es keine schriftlichen Unterlagen. Aber sein Engagement für den Betrieb von Stockholms Auktionsverk ist gut dokumentiert, unter anderem in einem berühmten Brief, den der Kriegerkönig im Jahr 1700 vom Schlachtfeld bei Narva aus schrieb, und in dem er befürwortete, dass man dem Sohn eines ursprünglichen Mitarbeiters des Versteigerungshauses erlaubte, das Unternehmen zu führen. Ein Höhepunkt der frühen Geschichte von Stockholms Auktionsverk war der Verkauf der eroberten Trophäenkanonen von den Feldzügen Karls XII. nach dessen Tod. Später nutzte der große schwedische Kulturkönig Gustav III. beim Kauf von Rembrandts Die Küchenmagd sein königliches Vorkaufsprivileg. Stockholms Auktionsverk haben viele berühmte Persönlichkeiten der schwedischen Geschichte, von Königen und Königinnen bis hin zu Kulturschaffenden, Wissenschaftlern und Geschäftsleuten ihr Vertrauen geschenkt – als Käufer und als Verkäufer. In diesem Zusammenhang können exemplarisch unter anderem Carl Michael Bellman, Carl Gustaf Tessin, Carl von Linné, Ernest Thiel, August Strindberg und Selma Lagerlöf aus einer schier endlos langen Liste herausgegriffen werden.

Aus unserer Geschichte sind so gut wie alle Kataloge erhalten geblieben. Sie füllen im Stadtarchiv und in unserem eigenen Archiv viele Laufmeter.


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