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Vorlieben. Bewährte und geschätzte Ideale gelten plötzlich als veraltet und überholt und werden von
neuen Denkansätzen und Moden verdrängt. Aber zuweilen erheben sich künstlerische Leistungen
und einzelne Werke über die vorherrschenden, als veränderlich und austauschbar geltende Werte.
Im Kunsthandwerk ist dies oft mit Qualität, sogar mit Qualität von höchster Güte, verbunden.
Arbeiten, die in ihrer Zeit als modern gelten, werden von den Historikern späterer Epochen in einen
größeren Kontext gestellt und als bedeutend oder gar als Klassiker beschrieben. In Schweden nimmt
Georg Haupt unter den Möbeltischlern eine Sonderstellung ein. Sein Name ist gleichsam von einem
Schimmer umgeben, und seine Werke gelten als besonders begehrenswert. Vater und Sohn
Roentgen haben in Deutschland eine ähnliche Position. Sie werden als zwei der bedeutendsten
Ebenisten des 18. Jahrhunderts beschrieben. In ihrer Werkstatt in Neuwied wurden Möbel von
höchstem Niveau für die Mitglieder der europäischen Aristokratie gefertigt. Zu den Kunden des
Unternehmens gehörten Ludwig XVI. von Frankreich und Marie Antoinette, Katharina II. von Russland
und König Wilhelm II. von Preußen.
Jetzt hat Crafoord Auktioner Stockholm die große Ehre, einen Sekretär von Abraham und David
Roentgen aus der Zeit um 1775 bis 1777 zu präsentieren. Das Möbelstück ist in Nussbaum-,
Jacaranda-, Ahornholz und anderen Hölzern furniert und hat Beschläge aus Messing. Die
komplizierten, detailreichen Intarsien sind typisch für die Einlegearbeiten von Januarius Zick, der
damals in der Roentgen-Werkstatt tätig war. Wahrscheinlich nahm Zick die Chinoiserie-Arbeiten
Jean-Baptiste Pillements als Vorlage für sein Motiv. Zur Zeit der Entstehung des Sekretärs hatte David
Roentgen bereits einige Jahre die Leitung der eigenen Werkstatt gehabt. Er entwickelte die
Tischlereiprodukte seines Vaters weiter, und das Neuwieder Unternehmen wurde weithin bekannt
für seine Möbelmodelle mit überaus detaillierten Formen, fortschrittlichen mechanischen
Vorrichtungen (einschließlich drehbarer Schubladen) und grandiosem Ausdruck.
Der zu versteigernde Sekretär gehörte dem Bildhauer Karl Adalbert Wolf. Während des Zweiten
Weltkriegs wurde er an einem geheimen Ort versteckt, um nicht bei Bombenangriffen zerstört zu
werden. Ende der 1970er Jahre erbte die heutige Besitzerin das Möbelstück.
Herzlich willkommen bei Crafoord Auktioner Stockholm! Und sei es nur, um ein erlesenes
Meisterwerk, ja ein Meisterwerk unvergleichlicher Art zu bewundern.
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